Prinzipien der Kinderbildung

Prinzipien der Kinderbildung
Einzigartigkeit eines Kindes
Kinder sind eigenständige Persönlichkeiten mit individuellen Bedürfnissen und Unterschieden, unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft und verschiedenen Lernpotenzialen.
Ein wichtiger Teil der Identitätsentwicklung ist der Aufbau eines Selbstkonzepts, also das Selbstwertgefühl und das Selbstvertrauen bzw. die Selbstwahrnehmung und das Wissen über sich selbst. Durch vielfältige Beziehungen und eine anregungsreiche Umwelt wird die Entwicklung eines solchen Selbstkonzepts positiv beeinflusst. Kinder sind von sich aus spontan, kreativ, unternehmungslustig, selbständig, bewegungsfreudig und begeisterungsfähig. Ihre Neugierde und verschiedene Interessen veranlassen sie zur Auseinandersetzung mit sich selbst und ihrer Umwelt. Sie machen sich die Welt im Spiel verfügbar. Die Kinder haben verschiedene Möglichkeiten ihre Identität auch in Interaktion mit Gleichaltrigen und Erwachsenen zu festigen.
Wir betrachten die Kinder als aktive Gestalter ihrer Entwicklung mit individuellem Entwicklungstempo.

Ganzheitliches Lernen mit allen Sinnen:

Lernen ist ein ganzheitlicher Prozess, an dem Körper und Psyche beteiligt sind. Ganzheitliche Bildungsprozesse orientieren sich an der Gesamtpersönlichkeit der Kinder. Indem wir ihre Sinne sowie ihre sozial-emotionalen, kognitiven und motorischen Fähigkeiten ansprechen. Autonomes und selbstverantwortliches Handeln wird gestärkt. Wir sprechen mit verschiedenen Materialien verschiedene Lernformen an und versuchen eine abwechslungsreiche Zeit mit den Kindern zu verbringen.
Kinder verfügen über vielfältige, individuell unterschiedliche Lebens- und Lernerfahrungen. Bildungsprozesse, die an diese Erlebnisse und Erfahrungen anknüpfen, motivieren zur selbsttätigen Auseinandersetzung. Neues kann mit bereits Bekanntem und Vertrautem in Verbindung gesetzt werden, wodurch neuronale Netzwerke im Gehirn aufgebaut, verstärkt und differenziert werden. Bei der Vermittlung von Wissen ist ein alters -und entwicklungsgemäßer Wortschatz grundlegend. Wir berücksichtigen die individuelle Begabung, Fähigkeiten und Interessen eines jeden Kindes. Durch Orientierungshilfen und Unterstützungen erweitern Kinder ihre Selbst-, Sach-, Sozial- und lernmethodische Kompetenz.

Das Zusammensein unterschiedlicher Personen

Unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse der Kinder werden ernst genommen, auch wenn nicht alle erfüllt werden können und Grenzen gesetzt werden.
Wir möchten die Kinder zur Selbständigkeit und zum selbstbestimmten Handeln anregen und begleiten. Sie sollen an Entscheidungen teilhaben und Wünsche, Vorstellungen und Meinungen äußern. Sie lernen Absprachen und Vereinbarungen zu treffen, Verantwortung für sich und Andere zu übernehmen, Misserfolge zu verarbeiten und Erfolge zu genießen. Sie werden gefördert, Empathie für Andere zu empfinden, Stärken, aber auch Schwächen zu erkennen, zu helfen, zu trösten und zu loben, sich aber auch für ein Fehlverhalten zu entschuldigen bzw. Entschuldigungen anzunehmen.

Sich streiten, um Konflikte zu bewältigen, gehört zu den Lernprozessen, denen sich Kinder und Erwachsene stellen müssen. Faires Streiten wird gelernt, da Gewalt kein Mittel für Auseinandersetzungen ist. Es geht vielmehr um ein Hineinwachsen in das Verständnis für andere Sichtweisen und ein Finden von tragbaren Lösungen für alle Beteiligten.

Transparenz:
Die transparente Gestaltung des Bildungsgeschehens zielt darauf ab, die Intentionen und Zusammenhänge bei dem Umgang mit Kindern für Eltern und Öffentlichkeit nachvollziehbar zu machen.